Theorie | Der Work Improvement Navigator ist ein eigens für das betriebswirtschaftliche Umfeld entwickeltes Analyseverfahren, welches Aussagen bezüglich Arbeitsverhalten und Motivation ermöglicht. Der WIN stützt sich auf die theoretischen Grundlagen das Bochumer Inventar zur berufsbezogenen Persönlichkeitsbeschreibung BIP, das von Rüdiger Hossiep und Michael Paschen über 3 Jahre entwickelt und 1998 erstmals veröffentlicht wurde.
Das Bochumer Inventar zu berufsbezogenen Persönlichkeitsbeschreibung BIP wurde deduktiv entwickelt. Dabei wurden aufgrund von Befunden aus der psychologischen Literatur und Studien relevant erscheinende Skalen bereits im Vorfeld festgelegt und erst später mittels Faktorenanalyse optimiert. Aufgrund der Ergebnisse aus Studien und Befragungen erfolgte eine erste Auswahl der Testdimensionen wie SELBST-BEWUSSTSEIN und TEAMORIENTIERUNG etc. Die Dimensionen wurden praktisch arbeitenden Diagnostikern zur Überprüfung vorgelegt.
In einem nächsten Schritt wurden die Dimensionen inhaltlich genau beschrieben. Aufgrund der Beschreibung wurde ein erster Itempool mit 315 Items formuliert, der ebenfalls Diagnostikern zur Überprüfung vorgelegt wurde. Die erste Version des BIP wurde von 456 Studenten bearbeitet. Mittels statistischer Verfahren wurden die Items überarbeitet und nachfolgend 1142 Studenten vorgelegt. Nach erneuter statistischer Überarbeitung und einer Kürzung auf 264 Testitems wurde eine erste umfassende Datenerhebung durchgeführt, auf deren Grundlage die 1998 veröffentlichte Version des BIP erstellt wurde. Insgesamt wurde der BIP an 5354 Personen getestet.
Einsatz | Der WIN ist vorzugsweise für den Einsatz in der Mitarbeiterentwicklung und Mitarbeiterförderung sowie zur Potenzialerfassung in Rekrutierungs- und Assessment-Prozessen geeignet. Das WIN-Verfahren findet zudem Verwendung in Coaching-Pro-zessen oder in der Nachwuchsförderung und Karriereberatung. Die Bearbeitungszeit beträgt ca. 45 Minuten.
Konzeption | Der WIN wurde explizit für die Anwendung im beruflichen Umfeld entwickelt und durch vergleichende Analysen mit bestehenden psychometrischen Verfahren abgestimmt. Dadurch ist dieses Verfahren auf die normierte Erfassung von spezifischen Verhaltensweisen ausgerichtet, welche für eine erfolgreiche Tätigkeit im Berufsalltag entscheidend sind. Das WIN-Verfahren erlaubt eine differenzierte Analyse der Persönlichkeits- und Sozialkompetenzmerkmale eines Kandidaten und gibt gleichzeitig auch Auskunft über die motivativen Aspekte seines Verhaltens. Mit 200 Fragen werden insgesamt 14 Verhaltenskriterien wie zum Beispiel VERÄNDERUNGSBEREITSCHAFT, EMPATHIE oder GESTALTUNGSMOTIVATION erfasst und anhand eines Balkenprofils übersichtlich dargestellt. Die Definitionen der 14 Verhaltenskriterien sind vollständig auf die betriebliche Praxis ausgerichtet und ermöglichen so eine rasche und präzise Eignungsabklärung eines Kandidaten in Bezug auf die funktionsspezifischen Voraus-setzungen.
Auswertung | Die normierte Auswertung des WIN erfolgt in einer übersichtlichen Profilform. Anhand des Profils können spezifische Aussagen über das persönliche Arbeitsverhalten und die sozialen Kompetenzen eines Kandidaten gemacht werden. Zudem wird anhand des Profils ersichtlich, wie stark das persönliche Engagement sowie die Veränderungsbereitschaft und Motivationsfähigkeit eines Kandidaten ausgeprägt sind. Der Vergleich zwischen dem individuellen Kandidatenprofil und dem Durchschnittsprofil einer bestimmten Zielgruppe ermöglicht ausserdem eine fundierte Differenz-Analyse.